Emmental

Umfahrungsstrasse Burgdorf –
Oberburg – Hasle 

Die Kosten für das Strassenausbau-Projekt im Emmental und insbesondere für den Oberburg-Tunnel stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. In den aktuell budgetierten 314 Millionen Franken sind die Betriebskosten und die Instandhaltung noch nicht einmal berücksichtigt. Auch der Bund hat das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Tunnelumfahrung Oberburg in seinem Prüfbericht 2018 als ungenügend bezeichnet.

Es ist unbestritten, dass die Situation in Oberburg für die Anwohner:innen verbessert werden muss, denn 54% des Verkehrs in Oberburg und 62% des Verkehrs in Hasle ist Durchgangsverkehr. Mit unbestrittenen Massnahmen auf den bestehenden Strassen könnte der Verkehrsfluss bereits deutlich verbessert und das Stauproblem weitgehend gelöst werden. In verschiedenen anderen Gemeinden hat der Kanton Bern gezeigt, dass Strassensanierungen innerorts viel günstiger und ohne schädliche Nebenwirkungen möglich sind. Solche Sanierungen auf den bestehenden Strassen sind auch in Oberburg und Hasle möglich. Das vorliegende Megastrassen-Projekt wird die Probleme, die es zu lösen vorgibt, bloss verlagern. Dies wird in Zukunft zu neuen Ausbauforderungen führen, beispielsweise in Burgdorf. In Hasle steht den hohen Kosten eine zweifelhafte Wirkung gegenüber: Der Verkehr wird aus der einen Dorfhälfte in die andere verlagert. 

Auch für das Trinkwasser in der Region Burgdorf birgt das Tunnelbauprojekt eine Gefahr: Der Tunnel Oberburg soll im Grundwasserstrom unter der Emme gebaut werden. Bei anderen Tunnelbauten hat sich wiederholt gezeigt, dass diese die Grundwasserströme verändert und Trinkwasserquellen beeinträchtigt haben. Verschärft wird diese Gefahr durch den grossen, kaum prognostizierbaren Einfluss des Klimawandels auf die Grundwasserströme. Damit birgt der Tunnel Oberburg ein Restrisiko für den Grundwasserstrom und die Trinkwasserversorgung des gesamten Emmentals. 

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Quelle: Projektvortrag Kanton Bern